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Reiseziel SÜDAMERKIA

Unbekanntes Südamerika als Reiseziel: Guyana und Surinam
Nachhaltiger Tourismus als Motor des Fremdenverkehrs

Die zwei südamerikanischen Staaten Guayana und Surinam sind aus dem touristischen Dornröschenschlaf erwacht. Seit fast zehn Jahren konzentrieren sich die beiden Länder vor allem auf Ökotourismus und einen nachhaltigen Fremdenverkehr, der auch Dörfern mit Ureinwohnern in Dschungel und Savanne zugute kommt. Das aufgrund ökonomischer Probleme sehr bescheidene Budget für Tourismusmarketing verhindert bisher, dass die beiden Länder im Nordosten Südamerikas bei Natur- und Abenteuertouristen rascher bekannt werden.

Wegen der finanziellen Engpässe haben Guyana und Surinam auch keine Touristenbüros oder offizielle Repräsentanten in wichtigen Quellenmärkten wie den USA, Kanada oder Deutschland. Dennoch verbuchten sie 2004 nach den bisher vorliegenden Zahlen einen Rekord bei den Tourismusankünften, berichtet Bernd Kubisch von der ITB-Berlin. Guayana konnte 2004 den bisherigen Rekord von 120.000 Gästen verzeichnen, Surinam konnte mit einem ähnlichen Ergebnis aufwarten.

Wegen ihrer Kolonialgeschichte sind die drei nördlichen Nachbarn Brasiliens Guyana, Surinam und Französisch-Guyana die einzige Region Lateinamerikas, in der nicht Spanisch oder Portugiesisch gesprochen wird. Während in Guyana Englisch die Landessprache ist, sind die Bewohner Surinams, des ehemaligen Niederländisch-Guyana, multilingual. Alle drei Länder sind von ihrer Geschichte, Musik und Kultur her stark mit der Karibik verwoben. Guyana und Surinam sind auch Mitglieder der Caribbean Tourism Organization (CTO).

Zu den touristischen Highlights zählen der intakte Regenwald der beiden Staaten und die Hauptstadt Surinams, Paramaribo, mit seiner historischen Altstadt und den vielen Holzgebäuden. Paramaribo gehört ebenso zum UNESCO-Weltkulturerbe wie das 1,6 Mio. Hektar große Central Suriname Nature Reserve. In beiden Ländern können Besucher exotische Tiere wie Schildkröten, Faultiere, Kapuzineraffen, Wasserschweine und Ameisenbären aber auch seltene Pflanzenarten bestaunen. Guyana ist wie Surinam ein Schmelztiegel der Völker und Religionen: Die Mehrheit der Bewohner sind Nachfahren afrikanischer Sklaven und Einwanderer aus Indien. Hinzu kommen Europäer und einheimische Amerindians, die ihre Ur-Heimat am Amazonas und Orinoko haben. Die Mehrheit der knapp 800.000 Bewohner lebt im grünen Gürtel entlang der Küste zur Karibik. Der Großteil des Landes ist von Dschungel und Savanne bedeckt. Flora und Fauna sind üppig im "Land der vielen Wasser", wie Guyana wegen seiner vielen Flüsse und Wasserfälle auch genannt wird. Wegen fehlender Strände setzt Guyana verstärkt auf "Multi-Destination Tourism", wobei Kombinationen mit den Kleinen Antillen angeboten werden.

 

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